Ausgebranntes Feuerwehrauto bei Zülichendorf

Das kommt nicht alle Tage vor: Ein Feuerwehrauto, und dazu noch ein nagelneues, brennt lichterloh. Die Feuerwehr muss gerufen werden, um den Brand zu löschen, doch der LKW,  ein HLF 20 (Hilfslöschfahrzeug 20), ist nicht mehr zu retten. Geschehen ist das Ganze am 22. Juli 2016 auf der L 80 zwischen Luckenwalde und Zülichendorf.

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Das Fahrzeug befand sich auf seiner letzten Probefahrt vor der Übergabe die Feuerwehr der Stadt Pretzfeld in Franken, als der Fahrer im Rückspiegel Flammen sah. Er selbst konnte sich unverletzt aus dem Fahrzeug retten, von dem 400 000-Euro-Wagen blieb jedoch nur noch ein Haufen geschmolzener Schrott. Die Hitze war so groß, dass der Straßenbelag stark in Mitleidenschaft gezogen wurde. Die Verbindung zwischen Luckenwalde und Treuenbrietzen musste gesperrt werden, um den Fahrbahnbelag wieder zu reparieren. Der Verkehr wurde über Felgentreu umgeleitet. 2016_06_22_475

Wie es zu dem Brand in dem Fahrzeug kam, ist noch vollkommen ungeklärt. Der Aufbau des Hilfslöschzuges war mit modernster Technik und Elektronik ausgestattet. Der LKW wurde sichergestellt und jetzt muss ermittelt werden, wie es zu diesem Brand kam.2016_06_22_476

Volksbehren gegen Massentierhaltung: so geht´s

logo-volksbegehrenSeit dem 15. Juli läuft das Volksbegehren gegen Massentierhaltung im Land Brandenburg. Die Initiatoren wollen erreichen, dass die Landesregierung die artgerechte Haltung von Tieren finanziell fördert, um den Agrarbetrieben so den Umstieg zu erleichtern. Die Landesregierung will diese Groß-Agrarindustrie gezielt nach Brandenburg holen.

Eine weitere Forderung des Volksbegehrens ist das Verbot, Schwänze (bei Schweinen) oder Schnäbel (bei Hühnern) zu kupieren. Außerdem fordern die Initiatoren die Berufung eines oder einer Tierschutzbeauftragten. Eine solche Position gibt es bisher hin Hessen, Baden-Württemberg, im Saarland und in Berlin.

So kann man am Volksbegehren teilnehmen

In Brandenburg ist es nicht möglich, an der nächsten Bus- oder Bahnstation einfach bei Aktivisten eine Liste zu unterschreiben, wie man das vielleicht in Berlin schon gesehen hat. Mann muss die Abstimmungsunterlagen bei seiner Gemeinde anfordern. Dies muss schriftlich erfolgen – z.B. per E-Mail. Am einfachsten ist es, das Web-Formular auszufüllen, das auf der Seite des Volksbegehrens zu finden ist:

Link zur Webseite des Volksbegehrens gegen Massentierhaltung

Den kompletten Text des Volksbegehrens gibt es auch auf dieser Seite. Funktioniert tatsächlich. Ich habe es probiert und den „Eintragungsbrief Nr. 5“ erhalten. Da ist ja wohl noch etwas Luft nach oben drin, auch wenn nur BrandenburgerInnen teilnehmen dürfen… 🙂

 

Erweiterungen für BER in Sperenberg?

Noch ist der Hauptstadtflughafen BER nicht eröffnet, da gibt es schon wieder eine neue Idee, wie doch noch ins Umland verlegt werden kann. Der Berliner Stadtplaner Gisbert Dreyer stellt laut „Tagesspiegel“ die Forderung auf, den stillgelegten Militärflugplatz Sperenberg zu einem internationalen Hub auszubauen – weil Frankfurt und München bereits überlastet seien und die Passagierzahlen in Schönefeld weit über den Prognosen lägen. sberenberg

Das ICC in Charlottenburg, das asbestsaniert werden muss und für das niemand so eine richtige Verwendung hat, will er gleich einbeziehen: es soll zum innerstädtischen Terminal ausgebaut werden und per U- und Schnellbahn direkt mit den Start- und Landebahnen in Schönefeld und Sperenberg verbunden werden. Die seien ja, weil so weit weg von der Stadt, hervorragend für den 24-Stunden-Betrieb geeignet.

Der BER in Sperenberg? U-Bahn-verbindung?

Irgendwie ist das alles nicht neu. Es gab schon einmal den Vorschlag, eine Schnellbahn vom Tempelhofer Flughafengebäude zu bauen, um dort Passagiere abfertigen zu können. Den ehemaligen Sowjet-Flugplatz wieder zu öffnen schlägt auch alle paar Monate wieder jemand vor, so als ob es nicht  eine lange Diskussion und eine Entscheidung gegeben hätte, den Flughafen dorthin zu bauen, wo er jetzt steht.

BER2 in Sperenberg – was hieße das für unsere Gegend?

Zunächst einmal: im Moment zum Glück noch nichts, wieder eine Idee mehr, das Umland mit Berliner Lärm und Dreck zu beglücken. Hier, südwestlich von Berlin wird schon genug Fluglärm auf uns zukommen, weil die Maschinen, um Sprit zu sparen, schon jetzt ab Leipzig in den Sinkflug gehen dürfen und langsam in niedriger Höhe über Fläming und Nuthe-Nieplitz hinwegheulen. Kostproben davon gibt es schon jetzt immer wieder – und dass es nur das Vorspiel auf die Eröffnung von BER ist, ist klar.

Sollte die Idee, Sperenberg für den 24-Stunden-Flugbetrieb zu nutzen, tatsächlich Chancen auf eine Verwirklichung bekommen, dann können wir den Naturpark Nuthe-Nieplitz auch gleich wieder schließen. Tourismus und Erholung hier wären schrullige Träume von Gestern. Zwischen Baruth, Luckenwalde und Beelitz bräuchte man sich dann auch keine Gedanken mehr um die Nachtruhe zu machen, wäre sowieso überflüssig. Dass sich die Natur wieder ein gutes Stück von Sperenberg zurückgeholt hat? Egal für den Planer der Oberbaum City in Berlin, was sind schon ein paar Wölfe im Vergleich zum Geschäft mit dem Dauerflugbetrieb?

Und Nettgendorf? Liegt keine 17 Kilometer vom Ende der Sperenberger Startbahn entfernt. In schnurgerade Linie. einfach mach auf die Landkarte schauen.

Also: wachsam sein – und nicht jeden Berliner Blödsinn ertragen!

Roundup&Co: verbieten

In den letzten Jahren ist es in unserer Gegend üblich geworden, dass ganze Felder mit Pflanzenvernichtungsmitteln  behandelt werden, bevor eine neue Kultur angelegt wird. Lange Zeit hat sich niemand dabei Gedanken gemacht, was der Wirkstoff Glyphosat anrichtet. Dabei wiesen Naturschützer schon lange auf die bekannten Gefahren hin: Glyphosat reichert sich im Boden an, es schädigt Wassertiere und Amphibien. Nur: wen kümmert’s, dass das Umweltgift in den Graben gleich neben dem Acker gelangt?

Der Wirkstoff, der in „Roundup“ (Monsanto) und anderen ähnlichen Produkten verwendet wird, gerät immer mehr ins Zwielicht. Die Weltgesundheitsorganisation stuft ihn mittlerweile als „potenziell Krebs erregend“ ein und das hat die französische Regierung jetzt veranlasst, Glyphosat zu verbieten. Eine aktuelle Studie aus Deutschland hat jetzt Glyphosat in der Muttermilch nachgewiesen. Damit liegt der Verdacht nahe, dass es sich nicht nur im Boden anreichert, sondern auch im menschlichen Körper.

Und bei uns in Deutschland? Glyphosat darf zwar nicht auf Gehwegen eingesetzt werden – im Garten ist es jedoch genau so erlaubt, wie in der Landwirtschaft. Die Naturschutzvebände fordern schon seit langer Zeit ein Verbot der Chemikalie, doch die gemeinsame Lobby von Chemieindustrie und landwirtschaftlichen Großbetrieben hat das bisher verhindert. Folglich geht das Bundesinstitut für Risikobewertung nach wie vor davon aus, dass es nicht genügend Erkenntnisse gibt, die ein Verbot rechtfertigen.

Wer Unkrautvernichter benutzt hat, weiß, dass ihre Wirkung ohnehin eher psychologisch ist. Alles, was Blätter hat, wird zwar erst einmal abgetötet, aber nach wenigen Wochen wachsen nicht nur die Kulturpflanzen wieder, sondern fröhlich auch das Unkraut.

Sie können die immer lauter werdenen Foderungen nach einem Verbot von Glyphosat auch in Deutschland unterstützen. Unterschreiben Sie hier die Petition auf change.org

 

Lärmterror – die Gemeindeverwaltung stellt sich taub

Kommentar

Der Frühling ist da und die Gemeinde, zumindest ihr stellvertretende Bürgermeister Braune will sich die jahreszeitlich gute Laune nicht durch Nettgendorfer Nörgler versauen lassen, die am Wochenende durch Motorräder aus Dobbrikow und Hennickendorf terrorisiert werden. Wolfgang Braune, in der Verwaltung zuständig für Ordnung und (sic!) Umwelt weiß am Telefon in Ruhlsdorf schon ganz genau und von Anfang an, dass es hier in Nettgendorf keine Problem durch Motorräder gibt.

„Die Gemeinde kann nichts tun“ – die Gemeinde will nichts tun

Telefongespräch am 20.4., Tenor: die Gemeinde weiß nichts, die Gemeinde kann nichts tun, die Gemeinde ist nicht zuständig, wenn Bürger in Nettgendorf, Dobbrikow und Hennickendorf Wochenende für Wochenende von Motorrad-Massen terrorisiert werden.

Verkehrszählungen am Wochenende, um die Zahlen von Motorrädern zu belegen? „Da sind wir gar nicht zuständig“.

Lärmmessungen in Nettgendorf „Das ist nicht unsere Aufgabe, da haben wir gar keine Mittel“. Also Messgeräte besorgen (oder Messungen durchführen lassen)? „Das können wir nicht.“ Also klar: das wollen wir erst gar nicht, denn dann würde das Problem ja offensichtlich. Und außerdem, schönstes Brandenburger Behörden-Deutsch: „da ist allein der Baulast-Träger zuständig“. Heißt übersetzt: wir schieben alles auf den Kreis, der Rest ist uns egal.

Geschwindigkeitsüberschreitungen im Ort und auf der Kreisstraße? „Dann müssen Sie die Polizei rufen, die ist dafür zuständig.“ Haben Sie schon einmal bei der Polizei im 12 km entfernten Luckenwalde angerufen und die Beamten herbestellt, weil gerade eine Gruppe von Motorrädern mit 70 durch die Dorfmitte gerauscht ist? Auch hier ist wohl kein Kommentar mehr nötig.

Der Lärm geht an die Gesundheit der Anwohner – „dafür sind wir nicht zuständig“. Und dann der Hinweis: „auch andere Leute wohnen an der Straße“. „Stellen Sie doch einen Antrag, sie werden dann sehen…“

Doch, es geht anders:

Nettgendorf und die Nachbarorte sind nicht die einzigen, die durch den Lärm von Motorrad-Massen am Wochenende leiden, und das Problem ist auch nicht erst seit gestern in der Welt. Bürgerproteste und Sperrungen gab es schon seit den 80er Jahren, aktuell gibt es auf der Seite er Lobbyistenvereinigung „Bundesverband der Motorradfahrer“ eine Liste mit den aktuellen Streckensperrungen. Dabei eine erhebliche Anzahl von Sperrungen, die nur an Wochenendenden und Feiertagen gelten und die auch Ausnahmen, z.B. für Anwohner und Feriengäste machen. Verhängt von Gemeinden und Kreisen in Zusammenarbeit!

Auf der Seite motorradlaerm.de, die vom Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland betrieben wird, gibt es einen Zeitungsartikel, der eindeutig zeigt: eine Stadt (Rinteln) hat in Absprache mit der Kreisverwaltung eine Kreisstraße für Motorräder gesperrt.

Warum erzählt der Leiter des Ordnungsamtes der Gemeinde Nuthe-Urstromtal am Telefon dass hier nicht geht, was anderswo Gang und Gäbe ist?

Am wahrscheinlichsten ist: wenn das Problem offiziell nicht existiert, macht es keinen Ärger. Und Dinge, um die man sich wegen angeblicher Nicht-Zuständigkeit nicht kümmert, machen auch weder Aufwand noch Arbeit.

Fest steht: an den schönen Wochenenden der Saison ist der Friede in den Dörfern dahin. Und anscheinend kann man mit dem Motorradlärm gute Geschäfte machen. Die „Scheune“ ist brechend voll und in Hennickendorf gibt es den nächsten Biker-Treff.

 

 

Terror am Wochenende

Kommentar

Das Terror-Wochenende ist vorbei – Gott sei dank!

Nicht nur die Anwohner der Nettgendorfer Hauptstraße werden bei gutem Wetter zwischen März und Oktober Opfer der Motorrad-Pulks, die von morgens bis Abends durch den Ort donnern. Geschwindigkeitsbegrenzungen: Fehlanzeige. Anziehungspunkt ist die Biker-Kneipe in Dobbrikow, die am Wochenende übervoll ist mit Fahrern, die endlich mal ihre Maschinen ausfahren wollen.

Was heißt das für uns hier in Nettgendorf? Motorradlärm von Samstag Früh bis Sonntag Abend, Pulks von 10, 15 Maschinen, die durch das Dorf rollen und ein Überqueren der Hauptstraße unmöglich machen, sind keine Seltenheit.

Die Motorradfahrer fühlen sich sicher: blickdicht verpackt in Kombi und Helm muss im Zweifelsfall erst einmal nachgewiesen werden, dass einer tatsächlich auf der Maschine saß, als er mit 70 Sachen durchs Dorf raste. Und da man in den Kurven im Ort zwangsweise etwas abbremsen muss, wird eben kurz vor dem Ortsausgang oder spätestens nach dem Passieren des Friedhofs Gas gegeben – die 70 km/h auf der Kreisstraße werden schlicht ignoriert.

Was sagen die Behörden dazu?

Schon vor zwei Jahren habe ich bei Gemeinde und Kreis nachgefragt, was gegen den Motorradlärm getan werden kann. Die Antwort der Gemeinde: eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 30 km/h im Ort geht nicht. Da ist die Gemeinde gar nicht zuständig. Also Anfrage beim Kreis. Dort die Antwort: die K 7219 ist nicht als Unfallschwerpunkt auffällig geworden, Handlungsbedarf gibt es keinen. Von Unfallschwerpunkt ist allerdings auch nicht die Rede. Man könne gelegentlich ja einmal Geschwindigkeitskontrollen durchführen. Dabei blieb es. Nie wieder habe ich davon gehört. Und die Vorschläge, Inseln am Ortsein- und Ausgang bauen? Schlicht ignoriert.

Unfälle passieren, aber so weit sie glimpflich abgehen, werden die meisten überhaupt nicht bekannt – wie der junge Mann aus Woltersdorf, der uns zwischen Dobbrikow und Nettendorf überholen wollte und mit eindeutig mehr Glück als Verstand an sämtlichen Bäumen entlang schlidderte. Wir lieferten ihn mit unserem Bus samt geschredderter Maschine bei den Eltern ab. Hätten wir ihn anzeigen sollen, damit ein Unfall bekannt wird? Er war um die 20 und die Maschine war ein Geschenk…

Abhilfe wäre möglich

Hilfreich wären überhaupt erst einmal Kontrollen und eine Erfassung des Verkehrsaufkommens am Wochenende, damit die Kreisverwaltung überhaupt erst einmal aufwacht. Doch dazu müsste man erstens einmal am Wochenende aktiv werden (wer hat schon mal eine Verkehrszählung am Wochenende gesehen, und dazu noch bei schönem Wetter?) Wer hat am Wochennde mal eine Tempokontrolle der Polizei auf einer kleinen Kreisstraße gesehen? Neben Tempo-Reduzierungen wären z.B. automatische Blitzer bis hin zu einem Motorrad-Verbot am Wochenende denkbar. Man muss nur wollen.

Hilfreich wäre überhaupt erst einmal, wenn die Kreis-Beamtenschaft erst einmal das Problem zur Kenntnis nehmen würde. Doch warum sich mit Dingen beschäftigen, die Mühe und Arbeit machen? Ist doch viel einfacher, den Verwaltungs-Alltag zwischen Kaffekanne und Gebührenbescheiden zu organisieren, statt das Büro zu verlassen und vielleicht auch noch mit uneinsichtigen Kneipenwirten, Motorradfahrern und gestressten Dorfbewohnern zu tun zu haben.

Lärm macht krank

…das ist keine neue Erkenntnis. Nicht ohne Grund wurde in Berlin mehr und mehr Durchgangsstraßen Nachts Tempo 30 eingeführt. Leider keine ideale Lösung für Nettgendorf. Angesichts des Verhaltens vieler Motorradfahrer, könnte man auch ein Limit von 10 km/h einführen, das wäre ihnen egal. Egal auch, dass in Nettgendorf Kleinkinder leben und alte Menschen, dass ganz normale Berufstätige am Wochenende ihre Ruhe und Erholung brauchen, um am Montag wieder für ihren Job fit zu sein.

So geht das nicht weiter – Biker, Ihr nervt!

Zum besonderen „Vergnügen“ hier noch einige exemplarische  Links dazu, was auf Motorrad-Webseiten zum Thema Lärm diskutiert wird. Die Einstellung spricht für sich.

das „Z-1000-Forum“

„CBF 1000.de“

„Chopper-Forum“ aus dem Jahr 2012

 

 

 

 

 

Sonnenfinsternis 2015

Leider war ich zum Zeitpunkt der Sonnenfinsternis nicht in Nettgendorf, sondern in Nürnberg. Aber immerhin: es gab etwas zu sehen! Vor sechs Jahren gab es bei der totalen Sonnenfinsternis in unserer Region Wolken dazu…

Sonnenfinsternis, fotografiert in Nürnberg

Windräder in Kemnitz – Bürger bleiben ausgebremst

Kommentar

Am Mittwoch, den 25. Februar, findet in Luckenwalde der Erörterungstermin zu den geplanten Großwindanlagen im Herzen unseres Naturparks statt. Und damit das beschleunigte Genehmigungsverfahren möglichst glatt läuft, wurde von vorneherein ein Termin gewählt, bei dem möglichst wenig Einwender teilnehmen können.

Die Antwort auf meinen Widerspruch zum 10-Uhr-Termin kam jetzt: wie sich das anscheinend gehört, für Behörden im Land Brandenburg, sind die Interessen der Bürger zweitrangig, wenn es um Anträge von finanzkräftigen Investoren oder der Agrarlobby geht.

Fazit des Schreibens: die Anhörung der Einwender ist sowieso Ermessenssache, der einzelne Anwender hat gar keinen Anspruch und Widerspruch gegen diese Entscheidung gibt es schon gar nicht!

Hier finden Sie das Schreiben des Landesumweltamtes

Neues vom Kaufland-Bio: hundert Biokühe in einer Gulaschpackung

Ich habe es ja versprochen: sobald ich was neues von Kaufland erfahre, werde ich das hier veröffentlichen. Heute nun kam das Ergebnis der offensichtlich nicht so ganz einfachen Recherche. Also: erstens bin ich einer Ideologie aufgesessen, zweitens kann man Bio-Fleisch genau so schlecht machen, wie sonstiges Billig-Fleisch und drittens – ätsch – woher der Gulaschbrocken kommt können wir ja gar nicht draufschreiben wollen wir auch gar nicht – weil in einer Packung schließlich hundert Biokühe stecken. Sagt der Hersteller.

Sehr geehrter Herr Goetz,

vielen Dank für Ihre Nachricht vom 01.02.2015.

Ihr Anliegen haben wir an unseren Hersteller weitergeleitet und folgende Stellungnahme erhalten:
anbei die Stellungnahme des Herstellers:

zu 1 Wasserverlust:

Bio unterscheidet sich, bez. des Fleischrohstoffes gegenüber der herkömmlichen Ware, nur unwesentlich. Hinter Bio steht eine Ideologie (Artgerechtere Haltung und Mast, wie z.B.:
erweiterter Freilauf, speziellere medikamentöse Behandlung, anderes (Bio-Futtermittel) usw. Daher können bei Bio Fleisch immer auch die gleichen Symptome wie bei
konventioneller Ware auftreten. Diese haben ihren Ursprung in der Rasse, DNA, Alter, nasseres/trockeneres Futter usw.

zu 2 Rückverfolgung:

Die angesprochene Rindfleischetikettierung entspricht exakt der VO (EG)1760/2000 und der VO(EG) 834/2007 daraus ergibt sich auch die Möglichkeit der Herkunftsangabe, die bei
Rindfleischschnittware die Geburt, Mast und Schlachtung als gesamtes beinhaltet, sofern alles im gleichen Land liegt. Die EU-Nummer der Schlacht und Zerlegebetriebe muss zur Sicherstellung der
Rückverfolgung angegeben werden und dient dem Endverbraucher nur bedingt als Information, sondern vielmehr den Überwachungsbehörden. Die für den Endverbraucher bedeutsame Information, wo das einzelne Tier aufgewachsen ist von dem er das Fleischstück erhalten hat, bekommt er nicht. Diese Information ist für den Endverbraucher so nicht lieferbar, da alle Schlacht- und Zerlege- und Verpackungsbetriebe Tageschargen bilden dürfen. so dass er am Ende aus einem Pool von mehreren 100 Tieren auswählen kann. Diese Information ist zudem in Schriftform nicht darstellbar.

Die Rindfleischetikettierung hat darüber hinaus nichts mit der Bio Deklaration zu tun und sind 2 von einander getrennt zu betrachtende Systeme.“

Selbstverständlich stehen wir zu unserer Garantie: Ohne viel Worte – Geld zurück!
Der Kaufpreis wird Ihnen beim nächsten Einkauf an der Information des Marktes erstattet. Bitte wenden Sie sich dafür an die Mitarbeiter an der Information. Diese werden Ihnen gerne behilflich sein.

Wir werden alles daran setzen, Ihnen einen angenehmen Einkauf zu bieten und freuen uns auf Ihren nächsten Besuch.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

Kaufland Kundendienst-Center

 

PS.: Kaufland selbst hat keine Meinung dazu. Statt „Geld zurück“ wäre ich mir ja lieber sicher gewesen, dass die Bio-Kuh auch vom Bio-Bauern kommt….